Sieben kostenlose Programme, die Photoshop, Lightroom, Illustrator, Premiere Pro, After Effects, Acrobat und InDesign ersetzen sollen. Was zunächst zu schön klingt, um wahr zu sein, sorgt gerade für einiges Aufsehen im Internet. Das Projekt heißt ArtCraft und verfolgt ein ziemlich ehrgeiziges Ziel: professionelle Kreativsoftware ohne Abonnement und mit einer Bedienung, die Adobe-Anwender bereits kennen.
Ich arbeite seit über 20 Jahren mit Adobe Photoshop und nutze Lightroom praktisch seit der ersten Version. Dementsprechend neugierig wurde ich, als die neuen Programme plötzlich überall auf YouTube, X und anderen Plattformen auftauchten.
Mittlerweile habe ich PhotoCraft bei einem echten Kundenauftrag ausprobiert und mit DesignCraft sogar ein über 200 Seiten langes Dokument mithilfe von Codex bearbeiten lassen.
Ob diese Programme bereits echte Alternativen zu Adobe darstellen und warum ich besonders die Integration von KI-Agenten spannend finde, schauen wir uns in diesem Artikel genauer an.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ArtCraft und was steckt dahinter?
ArtCraft ist ein Open-Source-Projekt, das gleich sieben bekannte Kreativanwendungen nachbildet. Die Programme werden in der Programmiersprache Rust entwickelt und orientieren sich bei Bedienoberfläche, Werkzeugen und Tastenkombinationen bewusst an den Adobe-Originalen.
Das bedeutet: Wer Photoshop seit Jahren verwendet, soll sich in PhotoCraft möglichst sofort zurechtfinden, ohne sämtliche Arbeitsabläufe neu lernen zu müssen.
Die Entwickler versprechen unter anderem:
- Kostenlose Nutzung: Keine monatlichen Abo-Gebühren.
- Open Source: Der Quellcode ist auf GitHub öffentlich zugänglich.
- Vertraute Bedienung: Oberflächen, Werkzeuge und Tastenkombinationen orientieren sich an Adobe.
- Plattformübergreifend: Die Programme sind für Windows, macOS und Linux erhältlich, teilweise auch als Webanwendungen.
- Lokale Verarbeitung: Die Anwendungen sollen ohne verpflichtende Cloudanbindung arbeiten.
- KI-Integration: Über MCP und andere Schnittstellen können KI-Agenten die Programme automatisiert steuern.
Bei der Entwicklung wird außerdem intensiv auf KI-Unterstützung gesetzt. Das macht das Projekt technisch interessant, wirft aber auch Fragen zur Qualitätssicherung und langfristigen Wartbarkeit auf.
Allerdings muss man eines klarstellen: Die ArtCraft-Programme befinden sich noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium. Es handelt sich keineswegs um fertig ausgereifte Alternativen zur Adobe Creative Cloud.
Offizielle Website: https://getartcraft.com/apps
Diese sieben Adobe-Alternativen gibt es bei ArtCraft

| ArtCraft | Adobe-Pendant | Einsatzgebiet |
|---|---|---|
| PhotoCraft | Photoshop | Bildbearbeitung und Retusche |
| LightCraft | Lightroom | Fotoverwaltung und RAW-Entwicklung |
| VectorCraft | Illustrator | Vektorgrafiken und Illustrationen |
| FilmCraft | Premiere Pro | Videoschnitt und Postproduktion |
| PdfCraft | Acrobat Pro | PDF-Bearbeitung und Verwaltung |
| EffectCraft | After Effects | Animation und visuelle Effekte |
| DesignCraft | InDesign | Layout und Desktop-Publishing |
Alle sieben Anwendungen werden aktiv entwickelt. Die offizielle Projektübersicht bezeichnet PhotoCraft und PdfCraft derzeit als Early Alpha, die übrigen Programme als in Entwicklung.
PhotoCraft – der kostenlose Photoshop-Klon

PhotoCraft ist vermutlich für viele das interessanteste Programm aus der ArtCraft-Familie. Schließlich gehört Photoshop seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Anwendungen für Fotografen, Designer und Bildbearbeiter.
Auch für mich ist Photoshop nach wie vor eines meiner wichtigsten Werkzeuge.
Was bietet PhotoCraft?
Laut den Entwicklern unterstützt PhotoCraft bereits viele bekannte Photoshop-Funktionen. Dazu gehören Ebenen und Ebenenmasken, Einstellungsebenen, Ebeneneffekte, Textwerkzeuge, Pinsel und Vektorfunktionen.
Auch die Unterstützung von PSD- und PSB-Dateien wird beworben. Hinzu kommen Funktionen für nicht-destruktive Bildbearbeitung, Farbmanagement und verschiedene Farbräume einschließlich CMYK.
Besonders interessant ist die technische Grundlage: PhotoCraft verwendet eine native, GPU-beschleunigte Arbeitsfläche und soll auch große Bilddateien verarbeiten können.
Das klingt zunächst vielversprechend. Aber wie sieht es in der Praxis aus?
Mein erster Praxistest mit PhotoCraft
Ich habe PhotoCraft auf meinem Windows-PC installiert und wollte die Anwendung nicht nur mit irgendeinem kleinen Testbild ausprobieren.
Zufällig hatte ich gerade einen neuen Kundenauftrag bekommen. Es ging um die Gestaltung eines großen Banners für den Druck, und dafür musste ich mit einer entsprechend umfangreichen, hochauflösenden Photoshop-Datei arbeiten.
Also dachte ich mir: Warum nicht gleich PhotoCraft dafür verwenden?
Die Installation war erfreulich unkompliziert. ArtCraft bietet einen eigenen Launcher, über den sich sämtliche Anwendungen installieren und aktualisieren lassen. Das funktionierte bei mir ausgesprochen schnell und problemlos.
Auch die Oberfläche machte auf den ersten Blick einen guten Eindruck.
PhotoCraft sieht Photoshop tatsächlich sehr ähnlich. Die Bedienoberfläche wirkt zwar noch etwas klobiger, aber die Anordnung der Werkzeuge und die vertrauten Tastenkombinationen sorgen dafür, dass man sich als langjähriger Photoshop-Anwender ziemlich schnell zurechtfindet.
Ich musste nicht erst nach grundlegenden Funktionen suchen oder mich an ein völlig neues Bedienkonzept gewöhnen. Das ist definitiv ein Pluspunkt.
Die Ernüchterung kam allerdings bei der eigentlichen Arbeit.
Meine Photoshop-Datei war aufgrund der hohen Auflösung und der enthaltenen Bildelemente ziemlich umfangreich.
PhotoCraft war damit schlicht überfordert.
Bereits das Bearbeiten und Verschieben einzelner Bildelemente war dermaßen langsam und umständlich, dass ich den Versuch nach kurzer Zeit abgebrochen habe.
An produktives Arbeiten war für mich bei diesem Projekt nicht zu denken.
Ich habe den Auftrag anschließend wie gewohnt in Adobe Photoshop erledigt. Dort konnte ich die Elemente flüssig verschieben und das Banner problemlos fertigstellen.
Ist PhotoCraft damit unbrauchbar?
Nein, so weit würde ich nicht gehen.
Ich habe die Anwendung nur kurz und anhand eines ziemlich anspruchsvollen Projekts ausprobiert. Einfache Bildbearbeitungen, kleinere Dateien oder andere Funktionen habe ich nicht systematisch getestet.
Ich kann daher nicht beurteilen, wie zuverlässig sämtliche Filter, Masken, Dateiformate oder Einstellungsebenen bereits funktionieren.
Was ich allerdings sagen kann: Für meine professionelle Arbeit mit großen Druckdateien ist PhotoCraft momentan noch keine Alternative zu Photoshop.
Trotzdem finde ich das Projekt bemerkenswert. Es befindet sich noch am Anfang seiner Entwicklung, und ich werde definitiv beobachten, wie sich PhotoCraft in den nächsten Monaten verbessert.
Vielleicht kann ich einige meiner Arbeiten künftig tatsächlich damit erledigen und in Zukunft mein Adobe Abo damit ersetzen.
Weitere Informationen: https://getartcraft.com/apps/photocraft
LightCraft – der kostenlose Lightroom-Klon

Neben Photoshop ist Adobe Lightroom Classic seit vielen Jahren fester Bestandteil meines fotografischen Workflows.
Ich verwende Lightroom bereits seit der ersten Version und schätze vor allem die Kombination aus leistungsfähiger Fotoverwaltung und schnellen, nicht-destruktiven Bearbeitungsmöglichkeiten.
Gerade wenn man sehr viele Bilder organisieren und bearbeiten muss, ist Lightroom ein ausgesprochen gutes Werkzeug.
Mit LightCraft versucht ArtCraft nun, eine vergleichbare Anwendung kostenlos anzubieten.
Welche Funktionen verspricht LightCraft?
LightCraft soll sowohl als Fotoverwaltung als auch als RAW-Entwickler funktionieren.
Zu den beworbenen Funktionen gehören unter anderem:
- Nicht-destruktive Bearbeitung von RAW-Dateien
- Belichtungs-, Kontrast- und Farbkorrekturen
- Gradationskurven und Color Grading
- Lokale Korrekturen mit Masken und Verlaufsfiltern
- Vorgaben beziehungsweise Presets
- Fotoverwaltung mit Alben, Bewertungen und Markierungen
- Suche und Organisation größerer Bildbestände
Technisch setzt LightCraft laut Entwickler auf eine 32-Bit-Floating-Point-Bildverarbeitung und GPU-Beschleunigung.
Unterstützt werden verschiedene RAW-Formate, darunter DNG, Canon CR2, Sony ARW und Nikon NEF.
Allerdings gibt es noch deutliche Einschränkungen.
Die Entwickler nennen in ihrer Roadmap beispielsweise Canon CR3 als Format, dessen eingebettete Vorschau zwar angezeigt werden kann, dessen eigentliche RAW-Daten aber noch nicht vollständig dekodiert werden. Auch bei bestimmten komprimierten RAW-Varianten anderer Kamerahersteller besteht Nachholbedarf.
Das zeigt, dass zwischen einer langen Liste unterstützter Dateiformate und einer wirklich zuverlässigen RAW-Entwicklung noch ein Unterschied besteht.
Könnte LightCraft mein Lightroom ersetzen?
Ich fotografiere mit einer Canon-Spiegelreflexkamera und nehme meine Bilder grundsätzlich im RAW-Format auf.
Für mich müsste LightCraft daher nicht nur die RAW-Dateien zuverlässig öffnen können, sondern auch bei Bildqualität, Farbverarbeitung, Performance und Fotoverwaltung überzeugen.
Besonders wichtig wäre mir, dass größere Bildbestände schnell durchsucht, organisiert und bearbeitet werden können.
Denn Lightroom Classic ist für mich weit mehr als nur ein Programm zur Bildbearbeitung. Es ist die zentrale Verwaltung meiner Fotografien.
LightCraft habe ich bisher noch nicht selbst getestet. Meine Einschätzung basiert daher ausschließlich auf den offiziellen Funktionsangaben und dem dokumentierten Entwicklungsstand.
Falls Interesse besteht, werde ich mir LightCraft in einem eigenen Praxistest genauer ansehen und überprüfen, wie es sich mit meinen Canon-RAW-Dateien schlägt.
Weitere Informationen: https://getartcraft.com/apps/lightcraft
VectorCraft – der kostenlose Illustrator-Klon

VectorCraft orientiert sich an Adobe Illustrator und richtet sich an Anwender, die Logos, Icons, Illustrationen und andere Vektorgrafiken erstellen möchten.
Laut Entwickler umfasst die Anwendung unter anderem Bézier-Werkzeuge, Pfadoperationen, Formen, Ebenen und verschiedene Vektoreffekte.
Auch komplexere Funktionen wie Verlaufsgitter, wiederholte Formen und das automatische Nachzeichnen von Rasterbildern werden beworben.
SVG- und PDF-Dateien sollen sich importieren und exportieren lassen.
Das ist durchaus interessant, denn Illustrator ist im professionellen Grafikdesign weitverbreitet.
Gerade bei Vektorgrafiken ist jedoch wichtig, dass Formen, Pfade, Effekte und Schriften bei der Weitergabe an andere Programme korrekt erhalten bleiben.
Ob VectorCraft hier bereits mit etablierten Anwendungen mithalten kann, müsste ein ausführlicher Praxistest zeigen.
VectorCraft habe ich bisher nicht selbst getestet.
Weitere Informationen: https://getartcraft.com/apps/vectorcraft
FilmCraft – der kostenlose Premiere-Pro-Klon

FilmCraft soll eine Alternative zu Adobe Premiere Pro werden.
Auch Premiere Pro gehört zu den Adobe-Anwendungen, die ich regelmäßig verwende. Unter anderem schneide ich damit Videos für den YouTube-Kanal meiner Freundin und arbeite dabei mit RAW-Videomaterial von Sony-Kameras.
Entsprechend anspruchsvoll sind meine Anforderungen an eine Videoschnittsoftware.
FilmCraft verspricht eine vertraute Timeline mit mehreren Video- und Audiospuren, Schnittwerkzeuge, Keyframes, Übergänge und Effekte.
Auch Farbkorrekturen mit Gradationskurven, Color Wheels, LUTs und Werkzeugen für HDR- und Log-Material werden beworben.
Das Projekt verfolgt dabei einen interessanten technischen Ansatz: Die Entwickler setzen auf eigene Codec-Implementierungen statt auf eine direkte Integration von FFmpeg.
Wie ausgereift ist FilmCraft bereits?
Hier sollte man vorsichtig sein.
In einem Praxistest von TechRadar vom 10. Oktober 2026 zeigte FilmCraft noch deutliche Schwächen. Unter anderem funktionierten bestimmte grundlegende Schnittaktionen nicht wie erwartet, und bei der Audiowiedergabe kam es zu Problemen.
Auch die Performance überzeugte den Tester noch nicht.
Das bedeutet natürlich nicht, dass diese Schwierigkeiten dauerhaft bestehen bleiben. Es zeigt aber, wie weit der Weg von einer vertrauten Benutzeroberfläche zu einer ausgereiften Schnittsoftware tatsächlich ist.
FilmCraft müsste für meine Zwecke insbesondere bei der Verarbeitung von umfangreichem Sony-Material, der flüssigen Vorschau und dem zuverlässigen Export überzeugen.
Selbst ausprobiert habe ich FilmCraft bisher nicht.
Weitere Informationen: https://getartcraft.com/apps/filmcraft
PdfCraft – der kostenlose Acrobat-Pro-Klon

Mit PdfCraft möchte ArtCraft eine kostenlose Alternative zu Adobe Acrobat anbieten.
Die Anwendung konzentriert sich auf die Arbeit mit PDF-Dokumenten. Dazu gehören das Anzeigen und Durchsuchen von PDF-Dateien, das Hinzufügen und Entfernen von Seiten sowie das Zusammenführen und Aufteilen mehrerer Dokumente.
Auch verschlüsselte PDFs und verschiedene Funktionen zur Dokumentorganisation werden laut Hersteller unterstützt.
Für viele Anwender könnte bereits dieser Funktionsumfang interessant sein.
Schließlich benötigt man im Alltag häufig keine umfangreiche PDF-Software, sondern möchte lediglich Dokumente bearbeiten, Seiten neu anordnen oder mehrere Dateien zusammenführen.
Ob PdfCraft auch bei komplexen Formularen, professionellen Druckdateien und anspruchsvollen Dokumenten zuverlässig arbeitet, bleibt allerdings zu prüfen.
PdfCraft habe ich noch nicht selbst getestet.
Weitere Informationen: https://getartcraft.com/apps/pdfcraft
EffectCraft – der kostenlose After-Effects-Klon

EffectCraft nimmt sich mit Adobe After Effects ein besonders anspruchsvolles Vorbild vor.
Die Software soll Motion Graphics, Animationen und visuelle Effekte ermöglichen.
Laut den Entwicklern bietet EffectCraft unter anderem Kompositionen, Ebenen, Keyframes, einen Graph-Editor und JavaScript-basierte Expressions.
Auch 3D-Ebenen mit Kameras und Beleuchtung sowie Partikelsysteme und verschiedene Animationseffekte werden beworben.
Die offizielle Website nennt derzeit 259 Effekte.
Allerdings ist die bloße Anzahl an Effekten natürlich kein Beleg dafür, dass eine Anwendung bereits dieselben Möglichkeiten wie After Effects bietet.
Gerade bei komplexen Animationen kommt es auf das Zusammenspiel vieler Funktionen, eine flüssige Vorschau und zuverlässige Render-Ergebnisse an.
EffectCraft befindet sich noch in Entwicklung, weshalb ich die angekündigten Funktionen zunächst mit Vorsicht betrachte.
Einen eigenen Praxistest habe ich bisher nicht durchgeführt.
Weitere Informationen: https://getartcraft.com/apps/effectcraft
DesignCraft – der kostenlose InDesign-Klon

DesignCraft ist für mich neben PhotoCraft eines der spannendsten Programme aus der gesamten ArtCraft-Reihe.
Die Anwendung orientiert sich an Adobe InDesign und soll das Gestalten von Büchern, Magazinen, Broschüren und anderen mehrseitigen Dokumenten ermöglichen.
Laut Hersteller gehören Musterseiten, Textrahmen, verknüpfte Textbereiche, Absatz- und Zeichenformate sowie Funktionen für den professionellen PDF-Export zum Funktionsumfang.
Besonders interessant ist jedoch, dass DesignCraft gezielt für die Zusammenarbeit mit KI-Agenten entwickelt wird.
Und genau das habe ich bereits ausprobiert.
Mein Experiment: Über 200 Seiten mit Codex gestalten lassen
Ich hatte eine umfangreiche ODT-Datei mit mehr als 200 Seiten und wollte daraus ein ordentlich formatiertes Dokument erstellen.
Statt das gesamte Layout selbst aufzubauen, habe ich dafür Codex eingesetzt, meinen KI-Agenten von OpenAI.
Die Aufgabe bestand darin, das Dokument in einen DesignCraft-Workflow zu überführen und die Seitengestaltung umzusetzen.
Das erstaunliche Ergebnis: Mein KI-Agent hat die Aufgabe in ungefähr 15 Minuten erledigt, mit dem Modell GPT-6.1 Sol high.
Codex konnte die umfangreiche Vorlage verarbeiten und das Layout in DesignCraft automatisiert aufbauen.
Natürlich bedeutet das nicht, dass dadurch automatisch ein vollständig geprüftes, druckfertiges Buch entstanden ist. Bei einem professionellen Druckprojekt müssen unter anderem Umbrüche, Schriften, Abstände und die endgültige PDF-Ausgabe kontrolliert werden.
Trotzdem war dieses Experiment für mich ausgesprochen interessant.
Denn ich musste mich nicht selbst durch mehr als 200 Seiten arbeiten und sämtliche Layoutschritte manuell durchführen.
Mein KI-Agent konnte einen großen Teil der eigentlichen Arbeit übernehmen.
Und genau hier sehe ich das größte Potenzial von ArtCraft.
Weitere Informationen: https://getartcraft.com/apps/designcraft
Das eigentliche Highlight: KI-Agenten können mit den Programmen arbeiten
Die vertrauten Adobe-Oberflächen sind schön und gut. Was ArtCraft für mich allerdings wirklich interessant macht, ist die Unterstützung von MCP – dem Model Context Protocol.
MCP ist ein offenes Protokoll, mit dem sich KI-Anwendungen mit externen Werkzeugen und Programmen verbinden lassen.
Vereinfacht gesagt: Anstatt einer KI nur zu erklären, wie man eine Aufgabe in Photoshop oder InDesign erledigen müsste, kann man ihr über eine geeignete Schnittstelle ermöglichen, selbst Befehle in der jeweiligen Anwendung auszuführen.
ArtCraft setzt dafür neben MCP auch auf Kommandozeilenwerkzeuge und JSON-basierte Steuerungsmöglichkeiten.
Was bedeutet das in der Praxis?
Mit entsprechend eingerichteten Schnittstellen könnten KI-Agenten beispielsweise Bilder öffnen, Bearbeitungen durchführen, mehrere Dateien verarbeiten, Layouts erstellen und Ergebnisse exportieren.
Denkbar sind etwa folgende Arbeitsabläufe:
- Eine große Anzahl von Produktbildern automatisch aufbereiten und exportieren.
- Grafiken in unterschiedlichen Größen und Dateiformaten erzeugen.
- Umfangreiche Texte in ein gestaltetes Buchlayout übertragen.
- Wiederkehrende Bildbearbeitungsaufgaben ohne ständige manuelle Eingriffe erledigen.
Besonders spannend ist, dass sich diese Arbeitsweise nicht auf einen bestimmten KI-Anbieter beschränken muss.
Je nach unterstützter Schnittstelle und Konfiguration lassen sich beispielsweise Codex, Claude oder andere KI-Agenten und Agenten-Frameworks einbinden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Modell sofort und ohne Einrichtung jedes ArtCraft-Programm vollständig bedienen kann.
Wie zuverlässig die Automatisierung funktioniert, hängt weiterhin vom jeweiligen Programm, den verfügbaren Funktionen und der Integration ab.
Warum ich diesen Ansatz so interessant finde
Ich beschäftige mich schon länger mit KI-Agenten und verwende sie für unterschiedliche Aufgaben.
Das DesignCraft-Experiment mit meinem über 200 Seiten langen Dokument hat mir gezeigt, wie viel Potenzial in dieser Art der Zusammenarbeit steckt.
Für mich könnte das langfristig sogar interessanter sein als die eigentliche Frage, ob PhotoCraft Photoshop heute schon ersetzen kann.
Denn wenn ich komplexe Aufgaben durch einen KI-Agenten erledigen lassen kann, verändert das meinen gesamten Arbeitsablauf.
Statt jeden Schritt selbst mit der Maus auszuführen, beschreibe ich das gewünschte Ergebnis und lasse die Software einen großen Teil der Arbeit übernehmen.
Gerade bei wiederkehrenden Aufgaben kann das enorm viel Zeit sparen.
Kann ArtCraft Adobe wirklich ersetzen?
Bei dieser Frage muss ich zwei Dinge unterscheiden.
Einerseits finde ich die Entwicklung von ArtCraft ausgesprochen interessant. Andererseits weiß ich aus meiner langjährigen Berufserfahrung, wie anspruchsvoll professionelle Kreativsoftware tatsächlich ist.
Ich arbeite seit mehr als zwei Jahrzehnten mit Photoshop und anderen Adobe-Anwendungen.
Wenn man regelmäßig mit professionellen Kunden zu tun hat, sind zuverlässige Dateiformate, korrekte Farbdarstellung, hohe Performance und kompatible Arbeitsabläufe enorm wichtig.
Adobe ist in vielen Bereichen nicht ohne Grund der Industriestandard.
Und so sehr ich mir eine kostenlose Alternative wünschen würde: Für meine eigene professionelle Arbeit gibt es derzeit noch keine Lösung, die Photoshop vollständig ersetzen kann.
Mein größter Kritikpunkt an Adobe sind die Preise
Dabei habe ich grundsätzlich wenig gegen die Programme selbst.
Photoshop ist ein hervorragendes Werkzeug. Lightroom Classic bietet eine leistungsfähige Fotoverwaltung, und Premiere Pro ist für meinen Videoschnitt nach wie vor sehr gut geeignet.
Was mich allerdings zunehmend stört, sind die regelmäßigen Preiserhöhungen.
Die Adobe-Abonnements werden gefühlt fast jedes Jahr teurer.
Natürlich wird die Software laufend weiterentwickelt. Trotzdem stellt sich irgendwann die Frage, ob man dauerhaft immer höhere monatliche Kosten akzeptieren möchte.
Genau deshalb wünsche ich mir ernsthafte Konkurrenz.
Und hier könnte ArtCraft langfristig tatsächlich eine wichtige Rolle spielen.
Was ArtCraft noch beweisen muss
Die größte Herausforderung wird vermutlich nicht sein, möglichst viele Funktionen auf einer Website aufzulisten.
Entscheidend ist, dass die Programme im Alltag zuverlässig funktionieren.
Dazu gehören aus meiner Sicht vor allem eine gute Performance bei großen Dateien, fehlerfreie Import- und Exportfunktionen, stabile Werkzeuge, eine professionelle Farbverarbeitung und eine kontinuierliche Weiterentwicklung.
Gerade bei Kundenaufträgen darf ich mich nicht darauf verlassen müssen, dass eine Funktion vielleicht funktioniert.
Zusätzlich müssen sich die KI-Schnittstellen hinsichtlich Stabilität und Sicherheit bewähren. Wer einem KI-Agenten Zugriff auf Dateien und Bearbeitungsfunktionen gibt, sollte genau wissen, welche Berechtigungen er damit erteilt.
Dass die Programme Open Source sind, ist dabei ein Vorteil, ersetzt aber keine gründliche Qualitätsprüfung.
Mein Fazit: Noch kein Adobe-Ersatz, aber ein Projekt mit enormem Potenzial
Ich muss zugeben, dass ich zunächst skeptisch war, als ich von sieben kostenlosen Adobe-Klonen gelesen habe.
Und mein erster Test mit PhotoCraft hat diese Skepsis teilweise bestätigt.
Bei meinem hochauflösenden Bannerprojekt war die Software schlicht noch nicht leistungsfähig genug, um damit vernünftig arbeiten zu können.
Ganz anders war meine Erfahrung mit DesignCraft und Codex. Dort konnte ich bereits einen Vorgeschmack darauf bekommen, wie KI-Agenten künftig umfangreiche kreative Arbeiten übernehmen könnten.
Deshalb sehe ich ArtCraft momentan weniger als direkten Ersatz für die Adobe Creative Cloud, sondern als ein sehr interessantes Projekt, das sich in den nächsten Monaten noch deutlich weiterentwickeln könnte.
Die große Frage ist für mich, ob die Entwickler langfristig dranbleiben.
Viele ambitionierte Softwareprojekte starten mit großer Aufmerksamkeit, verschwinden aber nach einiger Zeit wieder.
Wenn ArtCraft konsequent weiterentwickelt wird, die vorhandenen Fehler behoben werden und auch professionelle Arbeitsabläufe zuverlässig funktionieren, könnte ich mir durchaus vorstellen, irgendwann vollständig umzusteigen.
Nicht weil ich Adobe Photoshop oder Lightroom schlecht finde, sondern weil ich dann dieselbe Arbeit vielleicht genauso gut erledigen könnte – ohne dauerhaft für ein teures Abonnement bezahlen zu müssen.
Bis dahin bleibe ich bei meiner bewährten Adobe-Software und beobachte die Entwicklung von ArtCraft mit großem Interesse.
Vielleicht sieht die Situation in einigen Monaten schon ganz anders aus.
Wie sieht es bei dir aus? Würdest du auf eine kostenlose Photoshop- oder Lightroom-Alternative umsteigen, wenn sie deine bisherigen Arbeitsabläufe zuverlässig unterstützt? Oder ist dir die Verlässlichkeit der Adobe-Programme wichtiger als die monatlichen Kosten?
Schreib mir deine Meinung gerne in die Kommentare.
Weiterführende Links und Quellen
- ArtCraft – Alle sieben Anwendungen
- ArtCraft – GitHub-Projekte
- PhotoCraft – offizielle Produktseite
- LightCraft – offizielle Produktseite
- LightCraft – Entwicklungs-Roadmap
- PhotoCraft – Dokumentation zur KI-Automatisierung
- TechRadar – Unabhängiger ArtCraft-Praxistest
Stand: Oktober 2026. Eigene Praxiserfahrungen beziehen sich auf PhotoCraft und DesignCraft. Die Beschreibungen der übrigen Programme basieren auf öffentlich zugänglichen Entwicklerangaben und den genannten Quellen.

