Bildqualität – wie erziele ich gute Bildaufnahmen? [Gastbeitrag]

Allgemein: welche Bildeinstellungen gibt es?

In der Fotografie wird zwischen verschiedenen Einstellungen unterschieden. Selbstverständlich kann jederzeit auch im Automatikmodus fotografiert werden. Allerdings kannst du deine Bilder auch selbst beeinflussen. Dazu lässt die digitale Fotografie drei verschiedene Einflussfaktoren zu – die sich individuell einstellen lassen. Das ist die Verschlusszeit, die Blendenöffnung und der ISO-Wert.

Bildqualität verbessern

Um das Zusammenspiel der drei Variablen zu verstehen, werden nachfolgend alle Faktoren einzeln dargestellt. Dieser Paragraph dient dazu, dass du feststellen kannst, inwiefern diese Einstellungen für dich relevant sind und du dementsprechend entscheiden kannst, welche Kamera für dich die am besten geeignete ist.

Belichtungszeit – die Kunst, Bilder zu verzerren

Je nachdem, was für ein Motiv du hast, kann die Voreinstellung der Belichtungszeit bevorzugt werden. Möchtest du schnelle Bewegungen auf dem Foto „einfrieren“, musst du die Belichtungszeit festlegen.

Die Angabe der Belichtungszeit erfolgt in Sekunden. Meistens wird man einen Bruchteil einer Sekunde haben, also mit Belichtungszeiten von 1/60 oder 1/200 Sekunde fotografieren.

Die Belichtungszeit ist für 3 Dinge wichtig:

  • Die Belichtungszeit regelt, wie lange Licht auf den Bildsensor fällt, und somit, ob ausreichend, zu viel oder zu wenig Licht für eine korrekt belichtete Aufnahme vorhanden ist.
  • Je nach Belichtungszeit kann eine Aufnahme aus der Hand scharf oder verwackelt (unscharf) werden. Je länger die Belichtungszeit, umso größer die Gefahr.
  • Die Belichtungszeit ist je nach Motiv für die Aussage notwendig (willst du bewegtes Wasser eingefroren oder fließend zeigen).

Durch die richtige Wahl der Belichtungszeit können scharfe Aufnahmen „aus der Hand“ geschossen werden. Da wir als Menschen nur schwer zu 100 % ruhig eine Kamera halten können, ist es notwendig, eine Belichtungszeit zu wählen, die unser Gewackel nivelliert, d. h. bei der das Bild schon im Kasten ist, bevor wir es verwackeln können.

Hierbei gilt als Faustregel (ohne Bildstabilisator), dass die Belichtungszeit mindestens dem Kehrwert der Brennweite entsprechen soll. Wurde eine Brennweite von 50 mm gewählt, sollte die Belichtungszeit mindesten 1/50 s betragen. Wird eine Brennweite von 200 mm genutzt, sollte als Belichtungszeit also mindestens 1/200 s eingestellt werden.

Blendenöffnung verstehen

Die Blende ist die mechanische Vorrichtung im Objektiv, über die sich die Weite der Objektivöffnung regeln lässt. Über einen Lamellenverschluss wird die Öffnung verkleinert bzw. vergrößert. Mit der Blende ist die Öffnung im Objektiv gemeint und somit die Menge an Licht, die durch diese teilweise Schließung der Öffnung einfallen kann.

Über die Blende kannst du steuern, wie viel Licht auf den Bildsensor fällt. Der Bildsensor benötigt eine bestimmte Menge an Licht, um ein Bild erfassen zu können. Ist das fertige Foto zu hell, ist es überbelichtet. Somit ist zu viel Licht auf den Sensor gefallen. Ist das erstellte Foto zu dunkel, ist zu wenig Licht auf den Sensor gefallen. Jetzt könnte man denken, dass es ja dann ideal wäre, wenn man immer mit der maximal geöffneten Blende fotografieren würde.

Aber die Blende hat noch optische Eigenschaften. Die Öffnung der Blende bestimmt die Schärfentiefe eines Fotos. Fotografierst du beispielweise ein Portrait und öffnest die Blende maximal, kann es passieren, dass die Augen scharf, allerdings Nasespitze und Ohren unscharf abgebildet sind.

Die Blende hat also die Eigenschaft:

  • Je weiter geöffnet die Blende ist, desto weniger Schärfentiefe
  • Je weiter geschlossen, desto mehr Schärfentiefe

ISO – Licht ist die halbe Miete

In der analogen Fotografie steht die ISO-Angabe für die Filmempfindlichkeit. Je empfindlicher der Film, desto weniger Licht ist notwendig. So muss man sich als analog fotografierender Fotograf vor seinem Projekt im Klaren sein, welchen Film mit welcher Empfindlichkeit man benötigt, sprich, was für ein Licht vorhanden sein wird. Ein Wechsel des Filmes ist bei der analogen Fotografie nicht so einfach möglich.

Hier kommt ein großer Vorteil der digitalen Fotografie: Mit den digitalen Kameras kann die ISO-Einstellung von Bild zu Bild geändert werden. Bei den digitalen Kameras steht die ISO-Empfindlichkeit für die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors. Teilweise findet man im Handbuch der Kamera Empfehlungen hierfür. Kleine ISO-Zahlen sagen aus, dass der Bildsensor wenig lichtempfindlich ist. Je größer die ISO-Zahl, desto empfindlicher wird der Bildsensor.

Dadurch werden auch noch Aufnahmen mit sehr wenig vorhandenem Licht möglich. Die ISO-Empfindlichkeit hat auch Nachteile. Mit der Empfindlichkeit (sprich größere ISO-Werte) erhöht sich auch das Rauschen. Das Foto wird dadurch kontrastärmer und wirkt unscharf. Bitte unbedingt beachten: das Rauschverhalten ist auch sehr stark abhängig von der Qualität der Kamera!

Die Größe des Bildsensors hat hier eine große Auswirkung. Dadurch sind noch akzeptable Qualitäten mit höheren ISO-Werten möglich. Dieselbe ISO-Einstellung bei anderen Kameras kann zu einem völlig unbrauchbaren Foto führen. Kleine Kompaktkameras liefern teilweise bei ISO 400 schon grausame Ergebnisse, die vollkommen verrauscht sind.

Inwiefern kann ich diese Einstellungen in Einwegkameras umsetzen?

Wie du dir sicher schon denken kannst, sind all diese Einstellungen bei einer Einwegkamera nicht möglich. Du kannst ISO, Blende und Verschlusszeit (leider) nicht ändern. Diesbezüglich musst du andere Wege finden, um Licht entsprechend anzupassen, Farben hervorzuheben oder Bildrauschen zu vermeiden. Wir haben nachfolgend ein paar Tricks für dich zusammengestellt.

Tipps und Tricks

Du brauchst keine teure Kamera um tolle Aufnahmen zu bekommen. In der Tat, manchmal kann eine Einwegkamera interessantere Bilder machen als eine Digitale. Hier sind einige schnelle Tipps für die Aufnahme von großartigen Bildern mit einer Einwegkamera.

Hast du eine Einwegkamera, bei der du nicht weißt, was du damit tust?

Verwende diese Tipps, um einige erstaunliche Fotos mit der billigen Einwegkamera zu machen.

  • Mach Bilder bei guten Lichtverhältnissen.
  • Obwohl die meisten Einwegkameras einen Blitz haben, arbeiten sie am besten in Lichtsituationen, in denen man ihn nicht braucht. Je mehr Licht, desto besser.
  • Probiere verschiedene Blickwinkel. Die meisten Menschen machen ein Bild nur aus Augenhöhe. Versucht mal Aufnahmen aus Hüfthöhe oder mit der Kamera auf den Boden.
  • Mach Fotos mit viel Farbe. Einwegkameras beschönigen helle Farben, dies macht deine Einweg-Bilder noch spannender als das reale Bild.
  • Mach Bilder durch verschiedene „Medien“. Anstatt die Kamera direkt auf das Motiv zu richten, mach das Foto mit einem Medium dazwischen, um dem Bild eine andere Dimension hinzuzufügen. Diese Methode funktioniert am besten ohne den Einsatz des Blitzes, der eine Spiegelung verursachen könnte.

Welche Kamera ist die Richtige für mich?

Nachdem wir nun für dich alle wichtigen Elemente guter Bildqualität vorgestellt haben, ist es dein Part, zu entscheiden, ob eine Einwegkamera das Richtige für dich ist. Solltest du eine Kamera suchen mit der du experimentieren kannst und ganz viele Fotos machen möchtest, würden wir dir von einer Digitalkamera abraten.

Falls du aber kein Hobbyfotograf bist und einmalig lustige Bilder auf Party’s oder im Urlaub machen möchtest, eignet sich eine Einwegkamera. Denn auch mit Wegwerfkameras kannst du Mittel finden, um qualitativ gute Bilder zu schießen.

Alternativen

Solltest du dich gegen eine Einwegkamera entscheiden, dann empfehlen wir dir Digitalkameras. Für den Vielgebrauch eignen sich immer Spiegelreflexkameras. Hier kannst du alle möglichen Einstellungen vornehmen und jedes Bild einzeln beeinflussen. Falls deine Fotografie eher eingeschränkter ist, genügt auch eine Kompaktkamera, mit der du zwar weniger Einstellungen vornehmen kannst, aber jedes Bild gelingen und vor Entwicklung betrachtet werden kann.

Alexander Eser

Alexander Eser

-
Alexander ist Unternehmer undMitgründer des Online-Magazines Kaufberater.io. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit digitalen Geschäftsmodellen, ist gerne auf Reisen und passionierter Hobby Fotograf.
Alexander Eser

Letzte Artikel von Alexander Eser (Alle anzeigen)

Hinterlasse einen Kommentar